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Nachrichten

25 Jahre Förderverein Essener Telefonseelsorge e.V. (FETS)

Verein unterstützt Ausbildung und Begleitung der Ehrenamtlichen

TEXT: PETER TOUSSAINT / FOTO: ALEXANDRA ROTH

(Essen, 29.12.2021) Seit 25 Jahren unterstützt der Förderverein Essener Telefonseelsorge e.V. (FETS) die Arbeit von rund 120 Telefonseelsorgerinnen und -seelsorgern in Essen, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für die Hilfesuchenden ein offenes Ohr haben.

Es gibt Gespräche, die steckt auch eine erfahrene Telefonseelsorgerin nicht so leicht weg. Oft geht es um Einsamkeit, um Streit in der Familie, Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch um dunkle Suizidgedanken, um erschütternde Erfahrungen von Gewalt und Missbrauch, die der Seele oft ein Leben lang schweren Schaden zufügen. Und seit fast zwei Jahren geht es auch immer wieder um Corona. Die Zahl der Hilfesuchenden, die die Nummern 0800 111 0111 und 0800 111 0 222 wählen, hat sich nochmals um gut 20 Prozent gesteigert. Die rund 120 Frauen und Männer, die in Essen an 365 Tagen rund um die Uhr ehrenamtlich am Hilfetelefon sitzen, können sich nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Ihre Ausbildung und ihre Arbeit werden seit 25 Jahren unterstützt vom Förderverein Essener TelefonSeelsorge kurz: FETS.

Aus den Gesprächen kann hier nicht zitiert werden. Vertraulichkeit ist oberste Regel. Auch Anonymität ist ein wichtiger Grundsatz. Von den Anrufenden ist nicht einmal die Telefonnummer bekannt und auch die Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger bleiben anonym. In ihrem persönlichen Umfeld ist ebenfalls kaum bekannt, dass sie jeden Monat rund 20 Stunden für ihr Ehrenamt aufwenden – und das auch nachts. Von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens dauert so eine Nachtschicht am Telefon. Das ist ein hoher Einsatz, für viele neben ihrem Beruf. In der Festschrift zum Jubiläum des Fördervereins im vergangenen Sommer lobte Oberbürgermeister Thomas Kufen den großen Einsatz und dankte im Namen der Stadt: „Die Ehrenamtlichen in der Telefonseelsorge führen jährlich tausende Telefonate, um Hilfesuchenden in persönlichen Notlagen durch die schwere Zeit zu helfen. Sie leben bürgerschaftliches Engagement und christliche Nächstenliebe in beeindruckender Art und Weise.“

Im Jahr 2020 fusionierten die evangelische und die katholische Telefonseelsorge in Essen. Der Förderverein war schon immer ein Vorreiter für die Ökumene. Die beiden großen christlichen Kirchen teilen sich inzwischen die Finanzierung, zahlen die Miete und die Personalkosten für die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Telefonseelsorge. Auch die Ausbildung wird finanziert. Ein Jahr lang in rund 100 Seminarstunden und praktischen Übungen werden die Ehrenamtlichen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet. Aber manches Extra übernimmt der Förderverein, dessen Vorstand unermüdlich Spenden einsammelt. Dazu werden Kontakte genutzt und neue Netze geknüpft. Manche Gemeinden sammeln bei Kollekten in der Kirche für den Förderverein. Es gibt Firmen, die spenden, Künstlerinnen und Künstler, die Benefizkonzerte veranstalten, und Menschen, die an ihren Geburtstagen und Ehejubiläen um Spenden an den Förderverein Essener TelefonSeelsorge bitten. Und es gibt Richterinnen und Richter, die verdonnern Verurteilte zu Spenden an FETS.

„Wir sind für Sie da“, „Sorgen kann man teilen“, „Aus Worten können Wege werden“ – das sind die bekanntesten Werbeslogans der letzten Jahre, mit denen Telefonseelsorge auf ihren Dienst aufmerksam gemacht hat und noch macht. „Um diese Zusagen einlösen zu können, braucht es viele Menschen, die freiwillig Zeit herschenken, die ihre Zuhörfähigkeiten entwickeln und ausbauen möchten. „Fortwährende Weiterbildung ist unabdingbar, denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Mitarbeitende immer besser zuhören können, je länger sie bei der Telefonseelsorge mitarbeiten und begleitende Supervision und Fortbildung erhalten“, weiß Elisabeth Hartmann, Leiterin der Telefonseelsorge in Essen. Und sie dankt dem Förderverein: „Dass uns das auf so gute Weise bisher gelungen ist, verdanken wir seit 25 Jahren auch dem Essener Förderverein, der sich unermüdlich um neue Geldquellen und Spender und Spenderinnen bemüht. So konnten interessante Fortbildungen für Telefonseelsorger und -seelsorgerinnen ermöglicht werden.

Unser Titelbild zeigt die Leiterin der Ökumenischen TelefonSeelsorge Essen, Elisabeth Hartmann, im Gespräch mit dem Vorstand des Fördervereins FETS e.V.

 

 

 

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